Gewalt in Beziehungen ist keine Privatsache. Polizei und Staatsanwaltschaft sind verpflichtet, häusliche Gewalt zu verfolgen, Täter können rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Betroffene haben die Möglichkeit, das Gewaltschutzgesetz zu nutzen, um sich gegen Angriffe und Drohungen abzusichern. Staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, fällt von Gewalt betroffenen Frauen dennoch schwer, viele brauchen Information und Ermutigung durch Beratungsstellen und Vertrauenspersonen in ihren Umfeld, um geeignete Auswege aus ihrer Situation zu finden.
Das Land Niedersachsen hat mit den sog. “Landesaktionsplänen” Gesamtkonzepte geschaffen, mit dem Intervention und Prävention ressortübergreifend organisiert werden. Gewalt in Beziehungen kann umso eher beendet und umso besser verhindert werden, je mehr alle verantwortlichen Einrichtungen und Behörden ihr Handeln aufeinander abstimmen.
Zur Umsetzung der Landesaktionspläne wurde die Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ beim LPR eingerichtet. Die Koordinierungsstelle unterstützt Netzwerke und Fachkräfte in Polizei, Justiz, Beratungsstellen, Jugendhilfe und Gesundheitswesen bei der Entwicklung und Verstetigung der Interventions- und Präventionsarbeit vor Ort. Zudem fungiert sie als Informations- und Servicestelle für Fachkräfte und Gremien in Polizei, Justiz, Beratung und Opferunterstützung, Jugendhilfe, Täterarbeit und Gesundheitswesen.
Auf Initiative des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen und Bremen (vdw) wurde in Zusammenarbeit mit dem LPR, der Polizei Niedersachsen sowie der Agentur Hunger & Koch und dem Verbund der niedersächsischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen gegen Gewalt die Kampagne “Kein Raum für häusliche Gewalt" ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, häusliche Gewalt im unmittelbaren Wohnumfeld sichtbar zu machen, Betroffene niederschwellig zu erreichen und sie zu ermutigen, Hilfe zu suchen. Gleichzeitig sollen Mitarbeitende der Wohnungsunternehmen sowie Nachbarinnen und Nachbarn für Anzeichen von Gewalt sensibilisiert werden.
Um Partnergewalt präventiv schon in Beziehungen von Teenagern zu begegnen, adaptiert die Koordinierungsstelle das Programm «Herzsprung – Freundschaft, Liebe, Sexualität ohne Gewalt» aus der Schweiz. Mehr darüber erfahren Sie auf der Webseite unseres Kooperationspartners, des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Niedersachsen.
Projektinformationen, Informationen für Betroffene sowie Arbeitsmaterialien zum Thema "Häusliche Gewalt" können Sie im Publikationsbereich herunterladen oder kostenlos anfordern.