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Fachtagung am 29. November 2018 in Hannover

Am 29. November 2018 fand die 16. Fachtagung der Reihe „Betrifft: Häusliche Gewalt“ in der Akademie des Sports Hannover statt. Unter der Überschrift „Prävention und Intervention: Vom Austausch zur Praxis“ gaben insgesamt acht Referent*innen Einblicke in Forschung und Praxis zur Intervention und Prävention von häuslicher Gewalt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza und der Vorsitzenden des Landespräventionsrates Niedersachsen Prof. Dr. Ute Ingrid Haas. Beide lobten die gute Zusammenarbeit der interdisziplinären Akteure in diesem Bereich und zeigten Chancen und Herausforderungen bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt - insbesondere hinsichtlich der Umsetzung der Istanbul-Konvention - auf.

Dieser Punkt  wurde anschließend von Karin Heisecke im Rahmen des ersten Fachvortrags zum Thema „Istanbul-Konvention: Ein starkes Instrument für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ aufgegriffen und vertieft. Die Sozialwissenschaftlerin erläuterte detailliert die Merkmale und Vorgaben der Konvention und zeigte auf, in wie weit das Land Niedersachsen diesen bereits gerecht wird.  Nachholbedarf ergibt sich hierbei insbesondere im Bereich der Präventionsarbeit häuslicher Gewalt. Anschließend stellte Wolf Ortiz-Müller in seinem Vortrag „Stalking - Opferhilfe und Täterintervention und ihre Verzahnung“ die Arbeit der Beratungsstelle Stop Stalking e.V. in Berlin vor, die er selbst mit aufbaute und seit 2008 leitet. Der Vortrag umfasste u.a. eine Typologie von Stalker*innen, veranschaulichte die Schnittstellen zwischen häuslicher Gewalt und Stalking und gab einen ganz praktischen Einblick in die Beratungstätigkeiten sowohl von Betroffenen als auch von Stalker*innen.

Am Nachmittag folgten schließlich sechs Workshops mit interessanten und anschaulichen Inputs zu den Themen vertrauliche Spurensicherung, häusliche Gewalt und das Familiengericht, Beratung für Stalkingbetroffene, Digitale Gewalt gegen Frauen, Soziale Trainingskurse „Caring Dads“ und Gewaltschutz für geflüchtete Frauen. In den Workshops hatten die rund 200 Fachkräfte aus Frauenunterstützungseinrichtungen, Täterarbeit, Justiz, Jugendhilfe, Polizei und Migrationsberatung außerdem die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in ihrer praktischen Arbeit auszutauschen und zu diskutieren.

Die jährlich stattfindende Tagungsreihe wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dem Niedersächsischen Justizministerium, dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, dem Niedersächsischen Kultusministerium veranstaltet.

 

Beiträge der Referent*innen der Workshops finden Sie hier: