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Digitale Fortbildung – „Wenn die Opfer nur mal vernünftig wären“

Datum: 02.02.2022, 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: Online | Internet
Teilnahmegebühr: 30 Euro
 

„Wenn die Opfer nur mal vernünftig wären“
Ansätze zu einem effektiveren Umgang mit häuslicher Gewalt
am 2. Februar 2022 

Häusliche Gewalt hat viele Gesichter – und genau so facettenreich wie die Formen häuslicher Gewalt sind auch die Umgangsformen der Betroffenen mit den Gewalterfahrungen. Diese sind für Außenstehende – Familie, Freunde, aber auch Fachkräfte, die die Betroffenen unterstützen, oftmals nur schwer nachzuvollziehen. Unter anderem stellt sich hier die Frage, wieso die Frauen nicht „einfach“ gehen, gerade dann, wenn der Partner schon mehr als einmal gewalttätig geworden ist. Die Folge ist oftmals, dass Betroffene selbst für ihr Schicksal verantwortlich gemacht werden oder, dass sich bei den Fachkräften eine gewisse Resignation einstellt, weil Sie ihr eigenes Handeln als sinnlos empfinden. An dieser Stelle setzt das Fortbildungsseminar der Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ unter der Leitung von Antje Joel an.

Ziel der Fortbildung ist es, ein Verständnis für die Auswirkungen und Folgen häuslicher Gewalt auf die Betroffenen zu vermitteln und Ansätze für eine effektive, bedarfsorientierte Unterstützung der Betroffenen durch Polizei und Justiz anzubieten. Hierbei werden u.a. folgende Aspekte im Mittelpunkt stehen:

  • Warum gehen die Frauen nicht? Was wir als „Handlungsunfähigkeit“ erleben, ist oft das Gegenteil.
  • Victim-Blaming und Stigmatisierung – Unser Bild von der „geschlagenen Frau“ – und wie es unseren Bemühungen, den Frauen zu helfen, schadet.
  • Hilfe oder noch mehr Druck? Erfahrungen der Frauen mit Ersthelfern und wie sie sich auswirken.
  • „Sie müssen Anzeige erstatten!“ – und dann? Von den Erfahrungen gewaltbetroffener Frauen mit den Gerichten.
  • „Die schon wieder“ – Warum wir uns zurückziehen, wenn die Frau unsere Hilfe am Nötigsten hat. Und wie wir den Kreislauf durchbrechen.
  • Und was ist mit den Kindern! – Die drei Planeten, auf denen wir häusliche Gewalt verhandeln.

Die Fortbildung richtet sich an Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen, Polizei, Justiz und Jugendämter.

Referentin:
Antje Joel hat lange Jahre als freie Journalistin und Buchautorin gearbeitet und wurde mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet. Im Januar 2020 veröffentlichte sie bei Rowohlt „Prügel – Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt“. Darin erzählt sie ihre persönlichen Erfahrungen vor dem Hintergrund internationaler Forschung und zeigt die sozialen und institutionalisierten Strukturen dieser Gewalt auf. Frau Joel forscht zu häuslicher und sexualisierter Gewalt im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität in Worcester, England. 

Termin:
2. Februar 2022, 09.00 – 16.00 Uhr

Teilnahmegebühr:
Die Teilnahmegebühr beträgt 30,00 €. Alle Informationen zum technischen Ablauf und zur Überweisung erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis zum 21. Januar 2022 online an unter http://lpr.niedersachsen.de/go/digitale-fortbildung.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christiane Klages, 0511-120 8703, christiane.klages@mj.niedersachsen.de.