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12. Niedersächsischer Präventionstag

Datum: 11.03.2019, 09:30 Uhr bis 16:45 Uhr
Veranstaltungsort: Osnabrück
Teilnahmegebühr: 20,- Euro
 

Ablauf

09.30 Uhr   Anmeldung und Begrüßungskaffee

10.30 Uhr

 

Grußworte

Prof. Dr. jur. Ute Ingrid Haas
Vorsitzende des Landespräventionsrates Niedersachsen

Wolfgang Griesert
Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück

Barbara Havliza
Niedersächsische Justizministerin

     
   

Fachvortrag

Innovative Strategien zur Finanzierung von Präventionsansätzen
in Deutschland? Chancen und Möglichkeiten
von Pay for Success / Social Impact Bonds

Dr. Matthias Braeunlich
A.I.R. Europe – Applied Research in the Behavioral
Sciences gGmbH

     
12.00 Uhr   Mittagessen
     
13.30 Uhr   Workshop-Phase 1
     
14.30 Uhr   Kaffeepause
     
14.45 Uhr   Workshop-Phase 2
     
15.45 Uhr   Abschlussplenum
     
16.00 Uhr   Ende der Veranstaltung
     
Moderation   Susanne Wolter
stv. Geschäftsführerin
des Landespräventionsrates Niedersachsen


1. Workshop, Phase 1

  • 1. Prävention präsentieren im digitalen Zeitalter
    Rita Salgmann und Jürgen Köhn, Landeskriminalamt Niedersachsen

    Die Ergebnisse einer Marktforschungsstudie des IPSOS-Instituts zu den kriminalpräventiven Themen werden vorgestellt: Welche kriminalpräventiven Themen interessieren die Bevölkerung und wie informieren sich die Bürgerinnen und Bürger über Prävention? Gemeinsam sollen die Konsequenzen für die kriminalpräventive Arbeit erörtert werden.

  • 2. Sport mit Courage - Vereine und Verbände stark machen!
    Patrick Neumann, LandesSportBund Niedersachsen

    Der Workshop setzt sich mit den Themen Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus im Kontext Sport auseinander. Welche Handlungsoptionen und Maßnahmen taugen als Gegenstrategien zu rassistischen Parolen? In welcher Weise können Sportvereine von Einflüssen aus der rechtsextremen Szene betroffen sein und wie können sie sich präventiv davor schützen? Welche Potenziale bietet gerade der Sport, um Ausgrenzung und Vorurteilsbildung entgegenzuwirken? Diese und andere Fragestellungen werden im Workshop anhand konkreter Beispiele aus der Beratungspraxis aufgegriffen und diskutiert.

  • 3. Jugendhilfe, das unbekannte Wesen - ein Streifzug durch die Kinder- und Jugendhilfe, Möglichkeiten und Grenzen
    Andrea Berger-Nowak und Joachim Glaum, Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

    Wenn es um Kinder, Jugendliche und junge Menschen geht, wird die Kinder- und Jugendhilfe zum Dreh- und Angelpunkt der Systeme. In Kooperation mit anderen Akteuren und Organisationen wird immer wieder deutlich, dass es einen hohen Informationsbedarf zu der Kinder- und Jugendhilfe gibt. Der Workshop informiert über die gesetzlichen Aufträge, Arbeitsfelder, Arbeitsweisen und die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe.

  • 4. Pay for Success
    Dr. Matthias Braeunlich, American Institutes for Research

    In dem Workshop werden anhand von deutschen und internationalen Fallstudien zentrale Fragen diskutiert:

    1. Welche Anwendungsmöglichkeiten bestehen für Pay for Success Projekte für verschiedene Arten von Präventionsmaßnahmen?
    2. Wie ist Erfolg in einem Pay for Success Projekt definiert?
    3. Welche kulturellen Unterschiede existieren für ein Pay for Success Projekt in Deutschland im Vergleich zu anderen Kontexten?
  • 5. Gewalt in der Schule - Qualifizierung von schulinternen Krisenteams
    Sigrid Posse, Dipl.-Psychologin und Dr. Jörg Schulte-Pelkum, Dipl. Psychologe

    Zum Schulalltag gehören Krisen kleineren oder größeren Ausmaßes dazu – nichts Ungewöhnliches und doch können diese Ereignisse schnell zu einer Herausforderung nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für das System Schule werden. Daher beschäftigen sich Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der Niedersächsischen Landesschulbehörde seit einigen Jahren mit dem Thema notfallpsychologisch Handeln und Krisenmanagement in Schulen und qualifizieren schulinterne Krisenteams. In diesem Workshop gewinnen Sie praktische Einblicke in die Zielsetzung und Methodik der Qualifizierung.

  • 6. Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtprävention mit dem Programm Klasse2000
    Iris Kluge, Klasse2000 Regionale Koordination Niedersachsen Nord

    Stark und gesund in der Grundschule mit dem Unterrichtsprogramm Klasse2000 – wie das funktioniert, erfahren und erleben Sie in diesem Workshop. Klasse2000 stärkt die Gesundheits- und Lebenskompetenzen der Kinder kontinuierlich von Klasse 1-4, die Themen reichen von Ernährung, Bewegung und Entspannung bis hin zur Förderung sozialer Kompetenzen, Sucht- und Gewaltvorbeugung. In diesem Workshop erfahren Sie etwas über Hintergrund und Konzept von Klasse2000 und lernen die vielfältigen Unterrichtsmaterialien und Elemente aus dem Programm praktisch kennen.

  • 7. Häuser des Jugendrechts in Niedersachsen
    Arend Hüncken, DVJJ-Landesgruppe Niedersachsen und N.N., Akteure aus 2 Standorten

    Mit dem Regierungswechsel ist in Niedersachsen die (bundesweit nicht unstrittige) Einrichtung von Häusern des Jugendrechts in der Planung. Bis März 2019 wird sicherlich einiges vorangeschritten sein und möglicherweise werden auch erste Erfahrungen vorliegen. Im Arbeitskreis sollen Konzeptionen und ihre Umsetzung vorgestellt und im Hinblick auf die Frage nach Veränderungen vor Ort diskutiert werden.

  • 8. Schutzkonzepte in Gemeinschaftsunterkünften
    Laura Müller, Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

    Viele Schutzsuchende wohnen lange Zeit in Gemeinschaftsunterkünften. Dieses Zusammenleben auf beengtem Raum und für eine unbestimmte Dauer bedeutet für viele Menschen eine psychosoziale Belastung. Die mangelnde Privatsphäre, fehlende Rückzugsmöglichkeiten sowie lange Phasen ohne Beschäftigung sind strukturelle Bedingungen, die konflikt- und gewaltfördernd sind. Beginnend mit einer Einführung zu Formen von Gewalt in Flüchtlingsunterkünften soll es in diesem Workshop darum gehen, wie dem begegnet werden kann und welche entscheidenden Bausteine von Gewaltschutz installiert werden müssen, um eine humanitäre und schützende Wohnform zu schaffen.

 

2. Workshop - Phase 2

  • 9. Kinder und Jugendliche als Straftäter - Was passiert eigentlich bei der Polizei?
    Nadine Stolper, Landeskriminalamt Niedersachsen

    Die Polizei ist oft der erste und einzige Kontakt von Minderjährigen mit einer Strafverfolgungsbehörde. Vor diesem Hintergrund kommt dem Handeln der Polizei eine besondere Bedeutung zu. In dem Workshop werden diesbezüglich Hintergründe und Erkenntnisse zum Verständnis der polizeilichen Arbeit vermittelt.

  • 10. Das Osnabrücker Modell: Interdisziplinäres Fallmanagement zur Prävention von Gewalteskalation bei häuslicher Gewalt
    Monika Holtkamp, Polizeiinspektion Osnabrück und Kornelia Krieger, Frauenberatungsstelle Osnabrück

    In dem Workshop wird die Praxis des Osnabrücker Modells zum Fallmanagements bei Hochrisikofällen häuslicher Gewalt verdeutlicht. Beim Fallmanagement geht es um die Prävention von Gewaltexzessen und Tötungsdelikten an Frauen. In Osnabrück gibt es seit 2015 ein Netzwerk von Institutionen, die gemeinsam Hochrisikofälle bearbeiten, Handlungsmöglichkeiten austauschen und Sicherheitsmaßnahmen beschließen. Zur Durchführung des Fallmanagement wurde eine systematische und standardisierte Vorgehensweise entwickelt. Grundlage sind die Ergebnisse des europäischen Projekts "Protect". Ein Baustein des Fallmanagements ist das Anwenden einer sogenannten Checkliste, die zur Risikoeinschätzung dient. Erste Erfahrungen, Projekterfolge aber auch Herausforderungen zeigen, wie wichtig und hilfreich das Osnabrücker Modell für die Prävention von Hochrisikofällen sein kann.

  • 11. Förderung prosozialen, fairen Verhaltens und Prävention von aggressivem Verhaltne im Mannschaftssport: Fairplayer.Sport für 9- bis 13-Jährige
    Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Freie Universität Berlin und Prof. Dr. Markus Hess, Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport

    Förderung prosozialen, fairen Verhaltens und Prävention von aggressivem Verhalten im Mannschaftssport: Fairplayer.Sport für 9- bis 13-Jährige Univ.-Prof. Dr. Scheithauer, Freie Universität Berlin Dr. Markus Hess, Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport Soziale Kompetenzen spielerisch fördern! Im Workshop werden die theoretischen Grundlagen zum Programm Fairplayer.Sport für 9 bis 13jährige Kinder und Jugendliche aufgezeigt und ausgewählte Übungen aus dem bewegungsorientierten Programm vorgestellt. Der Fokus der ausgewählten Übungen liegt dabei auf der Förderung von Perspektivenübernahme.

  • 12. Communities that Care - CtC: Praktische Erfahrungen mit dem Einstieg und der Umsetzung der Präventionsstrategie. 2 Standorte berichten
    Peter Karaskiewicz, Landkreis Nienburg/Weser und N.N.

    Die Präventionsstrategie „Communities That Care – CTC“ ist eine komplexe Methode, mit der Kommunen die Möglichkeit haben, auf einer soliden Datenbasis aufbauend, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern vor Ort zu verbessern. Netzwerkarbeit, Schülerbefragungen, Kontinuität und ein gemeinsames Verständnis von Prävention sind die Grundlagen dieser Arbeit. Was dies für die Praktiker vor Ort bei der Umsetzung der Strategie bedeutet und wie sich ein guter Einstieg hierzu finden lässt, wird in diesem Workshop thematisiert.

  • 13. Homo- und Trans*phobie - Möglichkeiten der Präventionsarbeit
    Nico Kerski, SCHLAU Niedersachsen e.V.

    Der Workshop beschreibt die Lebenssituation junger lesbischer, schwuler, bi und trans* Menschen, präsentiert am Beispiel der SCHLAU Projekte in Niedersachsen Möglichkeiten der Prävention und erarbeitet abschließend einfache Handlungsmöglichkeiten für die eigene Organisation.

  • 14. Wieviel Öffentlichkeit braucht Prävention?
    Dr. Kirsten Minder, Landespräventionsrat Niedersachsen

    Für qualitätsvolle Prävention brauchen wir Mitstreiter, Netzwerke und Unterstützer auf der kommunalen Ebene. Wir müssen Chancen und Erfolge der Präventionsarbeit bekannt machen und Menschen dafür gewinnen. Wie lässt sich Prävention im Zeitalter der digitalen Kommunikation am besten darstellen? Welche Themen lassen sich setzen, welche Geschichten erzählen und welche Kommunikationskanäle kann man nutzen? Wie denken Journalisten und arbeiten Redaktionen? Anhand von Praxisbeispielen reflektieren wir Alltagserfahrungen im Umgang mit Öffentlichkeit und Medien, und wir erörtern mögliche Kommunikationsziele und -strategien für die Prävention auf lokaler Ebene. Die Teilnehmer*innen werden gebeten, praktische Beispiele aus ihrer Öffentlichkeitsarbeit einzubringen.

  • 15. Good Practice - Präventionsprogramm in Schulen
    Jutta Sengpiel und Stefan Hühne, Nds. Landesschulbehörde

    In dem Workshop wollen wir gelingende Präventionskonzepte vorstellen, die Maßnahmen und Projekte im Sinne eines Curriculums zum sozial-emotionalen Lernen verknüpfen. Die Handlungsfelder „Unterricht und Schulleben“ werden hier mit dem Handlungsfeld „innerschulische Beratung und Unterstützung“ verbunden. - So wird Prävention zur Querschnittsaufgabe der Schule.

  • 16. Kompetenzzentrum Urbane Sicherheit / Sicher Bauen und Wohnen
    Dr. Anke Schröder, Landeskriminalamt Niedersachsen
    Dirk Behrmann, Landeskriminalamt Niedersachsen
    Christiane Scholl, Präventionsrat Lüneburg
    Eleonore Tatge, Polizei Lüneburg
    Jens Tödter, Bauamt Lüneburg

    Die öffentlichen Räume in den Städten und Gemeinden sind aufgrund dynamischer gesellschaftlicher Veränderungen vor neue Herausforderungen gestellt. Das allgemeine Sicherheitsempfinden ist nicht zuletzt durch einzelne Anschläge ins Wanken geraten. Nicht immer sind öffentliche Plätze, Stadtquartiere oder das Wohnumfeld auf die veränderten Sicherheitsanforderungen vorbereitet. Das Kompetenzzentrum Urbane Sicherheit (KURBAS) im Landeskriminalamt Niedersachsen nimmt sich diesen Fragestellungen an und unterstützt Kommunen und Gemeinden bei der Planung und Bewertung eine Raumes unter sicherheitsrelevanten Kriterien, analysiert Angst- und Gefahrenräume und führt gemeinsam mit den Beteiligten Maßnahmen zur städtebaulichen Kriminalprävention durch.

    Wie diese Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden, stellt der Kriminalpräventionsrat Hansestadt und Landkreis Lüneburg mit seinem Arbeitskreis „Sicher Bauen und Wohnen in Lüneburg“ vor, der nach Abschuss des Pilotprojektes gegründet wurde.