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Schwer erreichbare Eltern oder schwer erreichbare Angebote?
Wie wir Zugänge verhindern und erleichtern können

Datum: 12.12.2017, 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: LPR, Siebstraße 4, 30171 Hannover
Teilnahmegebühr: 20,-
 

Stadt Oldenburg Region Hannover BMFSFJ Bundesinitiative Frühe Hilfen Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie LPR Niedersachsen

In den Kommunen ist es das Ziel, eine bedarfsgerechte Landschaft für präventive Angebote zu schaffen. Viele gute Angebote wurden bereits etabliert, die jedoch nicht immer von allen Eltern genutzt werden. Gerade Eltern, bei denen Fachleute einen hohen Bedarf an präventiver Unterstützung sehen, nehmen nicht an diesen Angeboten teil. Die Fachtagung soll dazu beitragen, zu erkennen, wo genau Zugangsbarrieren für Familien bestehen und wie diese abgebaut werden können.

 

Zu Beginn wird Prof. Dr. Christian Schrapper von der Universität Koblenz Befunde und Erfahrungen aus Forschungen und Praxisentwicklung resümieren sowie Faktoren herausarbeiten, welche Zugang und Teilnahme von Eltern zu Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe beeinflussen. Einen Schwerpunkt des Fachtages liegt auf der Praxis. In Workshops werden aus unserer Sicht gelungene Programme und Angebote dargestellt, welche die Zielgruppe gut erreichen. Gemeinsam soll zudem ein inhaltliches Raster ausgearbeitet werden, das aufzeigt, welche Ursachen zu Kontakt- und Zugangsbarrieren führen und welche Maßnahmen die Wege zu den Angeboten für Familien öffnen können.

 

Die Fachtagung wird in Kooperation der Region Hannover, der Stadt Oldenburg, der Landeskoordinierungsstelle für die Bundesinitiative Frühe Hilfen (Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie) und dem Landespräventionsrat durchgeführt.

 

Wir möchten im Rahmen des Fachtages einen Austausch anregen und laden Sie herzlich dazu ein, mehr über Hürden sowie positive Faktoren für die Teilnahme der Zielgruppe an präventiven Angeboten zu erfahren und weitere Schritte für die eigene Praxis erarbeiten.

Bitte nutzen Sie zur Anmeldung den Link auf der rechten Seite.

 

Geplanter Ablauf:

09.30     Ankommen

10.00     Begrüßung

10.15     Vortrag Prof. Dr. Christian Schrapper

11.15     Workshop-Phase 1

12.45     Mittagspause

13.30     Workshop-Phase 2

14.45     Kaffeepause

15.00     Zusammentragen der Ergebnisse / Ausblick

16.00     Ende der Veranstaltung

 

Folgende Praxisbeispiele werden in den Workshops vorgestellt und diskutiert:

  1. „Mit Kind – Kein Ding“
    „Mit Kind – Kein Ding“ ist ein kostenloser bindungsfördernder Elternkurs für Mütter und Väter, der in einigen Städten der Region Hannover von der FaB GmbH (Fachanbieter für Betreuung) durchgeführt wird. Das Angebot richtet sich an sozial benachteiligte Mütter und Väter in einer belastenden Familiensituation. Es entstand aus einer Kooperation mit dem Netzwerk „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ der Region Hannover, der Stadt Seelze und dem freien Träger der Jugendhilfe FaB GmbH.

  2. BRISE
    Die Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE) ist eine Langzeitstudie, die Effekte frühkindlicher Förderung systematisch untersucht. Frühkindliche Förderung von Kindern aus sozial und kulturell benachteiligten Familien steht dabei im Mittelpunkt. Mit BRISE wird erstmals eine Langzeitstudie zu einem regional großflächig angelegten Förderprogramm durchgeführt.
     

  3. Väter in den frühen Hilfen
    "Väter & Karriere" aus Düsseldorf stellt Strategien und gute Praxis vor, um Väter zu erreichen. Einzelne Praxisbeispiele werden diskutiert (z.B. Mütterorientierung). Die Erreichbarkeit von Vätern wird als Haltungsfrage (eigene Väterbilder, Zuschreibung von Bedeutung) thematisiert.

  4. Eltern-AG
    ELTERN-AG ist ein Präventionsprogramm, das sich an Familien in besonders belastenden Lebenslagen richtet, die durch konventionelle Hilfsangebote nur schwer bis gar nicht erreicht werden. ELTERN-AG ist gekennzeichnet durch einen niedrigschwellige und aufsuchenden Charakter, eine aktivierende, wertschätzende Arbeitsweise und den Empowerment-Ansatz. Es zielt auf werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zur Einschulung und ist für die teilnehmenden Eltern kostenfrei.

  5. FAMOS
    Im Rahmen von FAMOS (Familien optimal stärken) werden in Paderborn möglichst flächendeckend wirkungsüberprüfte Präventionsprogramme eingesetzt, die der Stärkung der elterlichen Erziehungs- und Beziehungskompetenz dienen. Die begleitende Evaluation hat u.a. untersucht, ob mit dem gewählten populationsbezogenen Ansatz auch sozial benachteiligte Familien besser erreicht werden können, als über herkömmliche Strategien.

  6. FEB Region Hannover
    Die Familien- und Erziehungsberatung der Region Hannover wendet sich mit ihrem Angebot der Frühen Beratung und dem Ausbau zugehender präventiver Hilfen gezielt an Eltern mit Kindern unter sechs Jahren. Die Angebote und Ressourcen werden dabei über Bedarfsindikatoren in einem Netzwerk aus freien und öffentlichen Beratungsstellen erbracht und gesteuert.