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Betrifft: Häusliche Gewalt
Neue Wege?!
15 Jahre Landesaktionsplan zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen

Datum: 08.11.2017, 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Veranstaltungsort: Congresscentrum Wienecke XI. , Hannover
Teilnahmegebühr: 30,00 Euro
 

ACHTUNG: Sie können sich weiterhin für die Tagung anmelden, die Anmeldefrist für das Netzwerkdating ist bereits abgelaufen!

Für ein freies und selbstbestimmtes Leben sind Betroffene von häuslicher Gewalt auf Schutz und das Angebot bedarfsgerechter Hilfen angewiesen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das im Jahr 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz. Für einen effektiven Schutz wurden zudem flankierende Maßnahmen auf Landesebene entwickelt, die in den Landesaktionsplänen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen Einzug gehalten haben. 15 Jahre Gewaltschutzgesetz und Landesaktionsplan zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen - ein guter Zeitpunkt, um ein Resümee zu ziehen und gleichzeitig den Blick für eine beständige Weiterentwicklung und Optimierung des Hilfesystems in die Zukunft zu richten. Noch immer ist der Umfang häuslicher Gewalt hoch, noch immer haben rund ein Viertel der Frauen in Deutschland Gewalt in einer Beziehung erlebt.

Die 15. Fachtagung der Reihe „Betrifft: Häusliche Gewalt“ greift aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, Themen und Diskurse auf und richtet sich an Fachkräfte aus Beratungseinrichtungen, Jugendhilfe, Justiz, Polizei, Migrationsarbeit und Gesundheitswesen.  Es werden u.a. Informationen zur Wiedergutmachung im Strafrecht, gesetzlichen Neuregelungen und der Beratung von Menschen mit Beeinträchtigungen angeboten. Im Rahmen des „Netzwerkdatings“ haben Sie außerdem die Möglichkeit zur Erweiterung Ihrer lokalen und überregionalen Netzwerke.

Ablauf

10.00 Uhr

 

Begrüßung
Prof. Dr. Ute Ingrid Haas, Vorsitzende des Landespräventionsrates Nds.

Grußwort
Cornelia Rundt, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

     
10.30 Uhr   Fachvortrag mit anschließender Diskussion an den Akteurstischen
Restorative Justice und Beziehungsgewalt

Prof. Dr. Bernd-Dieter Meier , Leibniz Universität Hännover

     
11.30 Uhr   Kaffeepause
     
11.45 Uhr   Fachvortrag mit anschließendem Austausch an den regionalen Netzwerktischen
Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht?


Prof. Dr. Ulrike Lembke, FernUniversität in Hagen

     
12.45 Uhr   Mittagspause
     
13.30 Uhr   Netzwerkdating - 60 Minuten: 3 neue Kontakte
     
14.45 Uhr   Workshops und "walk around"
     
16.00 Uhr   Kaffee, Kuchen, Ausblick
Andrea Frenzel-Heiduk, Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
     
Moderation  

Isabell Plich
Landespräventionsrat Niedersachsen

 

Netzwerkdating - 60 Minuten: 3 neue Kontakte  (13.30 - 14.30 Uhr)

Die Fachtagung bietet ein breites Themenspektrum und eine vielfältige, interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden. Damit nicht bloß in den kurzen Pausen die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung besteht, bieten wir Ihnen in diesem Jahr ein „Netzwerkdating“ für gezielte Fachgespräche und neue oder vertiefende Netzwerkkontakte an. Informationsaustausch und neue Ideen entstehen dann besonders leicht, wenn Sie gemeinsam über relevante Fragestellungen der Zukunft beraten können.

Sofern Sie am „Netzwerkdating“ teilnehmen möchten, übersenden wir Ihnen im Vorfeld der Fachtagung eine Liste der Teilnehmenden. Sie können sechs Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner auswählen und im Rahmen der Fachtagung bis zu drei Gespräche à 20 Minuten führen. Das Programm sieht hierfür ein Zeitfenster vor. Für weiteren fachlichen Dialog stehen selbstverständlich auch die Pausen und Workshops offen.

 

Workshops und walk around   (14.30 - 15.45 Uhr)

  • Workshop 1: Therapie und Beratung zu dritt - wie geht das in der Praxis?
    Frauke Baller, Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Nds. e.V.
    In dem Workshop geht es um praxisnahe Übungen und Anregungen zum gelungenen Einsatz von Dolmetscherinnen und Dolmetschern. Rahmenbedingungen und Regeln, die die Arbeit erleichtern können, sollen dabei verdeutlicht werden.
  • Workshop 2: Die kreative Beratungspraxis in der Prävention und Intervention beeinträchtigter Menschen
    Claudia, Chodzinski und Helena Behrens, Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V., Hannover
    Die psychosoziale Beratungspraxis mit beeinträchtigten Menschen benötigt häufig ein „mehr“ an methodischer Kreativität, besonders in Bezug auf Sprache und Sprechen. Mit Hilfe einer positiven und vorurteilsfreien Haltung, professioneller Aufrichtigkeit, der Reflexion von gängigen Mythen und einem kreativen Methodenrepertoire möchten wir Berührungsbedenken und –ängste abbauen.

    An Hand von Beispielen aus unserer Praxis werden wir den Umgang in Prävention und Intervention, im Einzel - und Gruppensetting mit beeinträchtigten Menschen vorstellen.

  • AUSGEBUCHT! Workshop 3: Häusliche Gewalt als Kindeswohlgefährdung vs. Regelvermutung des § 1626 Abs. 3 BGB
    Brigitte Meyer-Wehage, Direktorin des Amtsgerichts Brake / Unterweser
    „Das Recht des Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen steht in einem Spannungsverhältnis von materiell-rechtlichem Anspruch einerseits und seiner (verfahrensrechtlichen) Durchsetzung andererseits. Das Kindeswohl ist von entscheidender Bedeutung. Kann es (immer) gewahrt werden? Welche Mechanismen stehen zur Verfügung, um Gefährdungssituationen zu erkennen?“.
  • AUSGEBUCHT! Workshop 4: Zusammenarbeit Justiz, Gerichtshilfe und Täterberatung - Mögtlichkeiten und Grenzen
    Timo Goldmann, Staatsanwaltschaft Bückeburg; Tanja Mundt, Ambulanter Justizsozialdienst Nds.; Volker Weichert, Die Gruppe / Jugendhilfe e.V.
    Das Opfer einer Straftat soll in seiner Subjektrolle durch die Justiz wahrgenommen und auch nach der Tat informiert und aktiv eingebunden werden. Auch dem Täter ist frühzeitig das Unrecht seines Handelns deutlich zu machen. Zur Intervention bieten sich Opferberichte durch den AJSD und eine tatzeitnahe Täterberatung an. Wie kann die Zusammenarbeit der Justiz, Gerichtshilfe und Täterberatung optimiert werden? Sind Standards erforderlich? Welche Bedenken bestehen?
  • Workshop 5: Psychosoziale Prozessbegleitung in Niedersachsen - erste Erfahrungen seit Inkrafttreten des PsychPbG
    Dr. Maike Reershemius-Schulz und Anke Arnold, Nds. Justizministerium
    Seit Inkrafttreten des § 406 g StPO und des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG) haben Verletze das Recht, sich des Beistands einer psychosozialen Prozessbegleitperson zu bedienen. Darüber hinaus regelt das PsychPbG Anforderungen an die Qualifikation sowie die Vergütung. In dem Workshop sollen Informationen zum Sachstand in Niedersachsen sowie zur Anwendung in der Praxis gegeben werden.
  • Workshop 6: Was, wenn es im eigenen „Haus“ passiert?
    Beatrix Schwarzer, Nds. Landesschulbehörde
    Dieser Workshop richtet den Blick auf sexualisierte Gewalt im Sozialraum Schule. Nach einer im März 2017 veröffentlichten repräsentativen Bevölkerungsbefragung durch das Universitätsklinikum Ulm berichtet jeder 14. Jugendliche von erlebtem sexuellem Missbrauch in einem institutionellen Kontext. Es werden psychologische Erklärungsansätze herangezogen, um sich folgenden Fragestellungen anzunähern: Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten sexualisierter Gewalt und wie wirken organisationale und personale Faktoren zusammen? Welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich für Kollegien und Schulleitung bei sexualisierter Gewalt? Welche Präventionsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten kann Schule bieten? Dieser Workshop richtet sich vornehmlich an Mitarbeiter die im Bereich Schule arbeiten (Schulleitungen, Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte).

Tagungsort und Anreise

Congresscentrum Wienecke XI., Hildesheimer Straße 380, 30519 Hannover, Anfahrt unter https://www.wienecke.de

Anmeldung und Kosten

Bitte melden Sie sich bis zum 13. Oktober 2017 online an unter www.lpr.niedersachsen.de. Die Teilnahmegebühr beträgt 30,- Euro. Alle Informationen zur Überweisung erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.