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Fachtagung am 08. November 2017 im Congresscentrum Wienecke XI. in Hannover

Am 08. November 2017 fand die 15. Fachtagung der Reihe „Betrifft: Häusliche Gewalt“ in Hannover statt. Unter der Überschrift „Neue Wege?! 15 Jahre Landesaktionsplan zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen“ informierten elf Referentinnen und Referenten in fünf Workshops und zwei Vorträgen. Die jährlich stattfindende Tagungsreihe wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dem Niedersächsischen Justizministerium, dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, dem Niedersächsischen Kultusministerium und dem Landespräventionsrat Niedersachsen veranstaltet.

Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt und die Vorsitzende des Landespräventionsrates Niedersachsen Prof. Dr. Ute Ingrid Haas wiesen in ihren Grußworten auf die gute Zusammenarbeit der vergangenen 15 Jahre in den interdisziplinären Netzwerken hin, machten aber gleichzeitig deutlich, dass die noch immer hohe Anzahl der von häuslicher Gewalt Betroffenen weiteren Handlungsbedarf erfordert.

Einen möglichen neuen Weg stellte Prof. Dr. Bernd-Dieter Meier von der Leibniz Universität Hannover in seinem Vortrag „Restorative Justice und Beziehungsgewalt“ dar. Besonders der Täter-Opfer-Ausgleich kann eine gute Möglichkeit bieten, um den Konflikt zwischen Täter und Opfer in den Mittelpunkt zu stellen und lösungsorientiert zu bearbeiten, womit „Restaurative Justice“ auch eine sinnvolle Ergänzung für das Interventionssystem sein kann. Prof. Dr. Ulrike Lembke von der FernUniversität in Hagen stellte in ihrem Vortrag „Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht?“ den historischen Weg des Sexualstrafrechts sowie die Änderungen der letzten Reform vor. Dabei erläuterte sie auch mögliche Fallstricke der Novellierung. In den Workshops diskutierten die rund 200 anwesenden Fachkräfte aus Frauenunterstützungseinrichtungen, Täterarbeit, Justiz, Jugendhilfe, Polizei und Migrationsberatung unter anderem über die Therapie mit Dolmetschern, die Beratung von Menschen mit Beeinträchtigungen sowie die Möglichkeiten und Grenzen bei der Zusammenarbeit zwischen Justiz, Gerichtshilfe und Täterberatung.

Beiträge der Referentinnen und Referenten der Workshops finden Sie hier:

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